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Weingut Prieler – Schützen am Gebirge

»Wein ist Poesie in Flaschen.« Treffender könnte man die Weine des kleinen, aber feinen Familienweinguts nicht beschreiben. Der Hauptteil davon liegt in Schützen am Gebirge, wobei sich auch ein beträchtlicher Teil der Rebflächen in der Nachbarortschaft Oggau befindet. In jeder Himmelsrichtung gibt es eine andere Bodenzusammensetzung, und so ist es einfach zu erklären, dass für die einzelnen Sorten die besten Lagen gewählt werden konnten. Um allerdings schon seit vielen Jahren feinste Weiß- und Rotweine zu erzeugen, benötigt man einiges an Fingerspitzengefühl. Georg Prieler, der junge Önologe mit Auslandserfahrung, verfügt über diese Gabe. Er trifft seine Entscheidungen stets intuitiv, und das ist gut so, denn hier werden Weine erzeugt, die im Gedächtnis bleiben.

Boden und Terroir sind für die Prielers jedenfalls kein leeres Gerede: Kalkböden findet man in den Rieden Seeberg und Sinner, die Richtung Neusiedler See liegen und die Trauben für die großen Weißweine liefern. Ungerbergen steht für sandigen Lehm mit Kieselsteinen und ist ein idealer Standort für spät reifende Sorten wie Cabernet Sauvignon. Goldberg, die unbestritten beste Lage des Hauses, bietet kargen Glimmerschiefer und ist prädestiniert für Blaufränkisch, die traditionsreichste und wichtigste Sorte.

Die Familie Prieler orientiert sich beim Ausbau der Weine immer an der Charakteristik der jeweiligen Lage. Dementsprechend vergärt der Pinot Blanc Seeberg nach ausgiebiger Maischestandzeit ausschließlich im Edelstahltank, damit Feinheit und Frische erhalten bleiben. Der Blaufränkisch Johanneshöhe wird hingegen im großen Holzfass »geschult«. Und der sehr bekannte Blaufränkisch Goldberg erhält seine unglaubliche Geschmeidigkeit während seines bis zu 26 Monate langen Aufenthalts in 500-Liter-Fässern.

Letztgenannter Blaufränkisch Goldberg ist ein Wein der Superlative, der bereits zweimal – 2005 und 2008 – die »Falstaff Reserve Trophy« für sich entscheiden konnte. Aber auch mit den Weißweinen konnten die Prielers bei der »Falstaff Burgunder Trophy« bereits kräftig zugeschlagen: Zwei Trophys wurden mit dem Pinot Blanc Seeberg 2004 und dem außergewöhnlich gereiften Chardonnay Seeberg 2001 geholt. Kein Wunder also, dass die Familie 2009 als »Winzer des Jahres« ausgezeichnet wurde.